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26.11.2016, 20:11 Uhr | Deister- und Weserzeitung / Marc Fisser Übersicht | Drucken
"Die Bürgermeister sind verrückt gemacht worden"
CDU-Abgeordneter kritisiert Parteikollegen und Landrat: Bahn-Elektrifizierung laut Deppmeyer richtig und gut


Dewezet / 26.11.2016

Hameln-Pyrmont

Von Marc Fisser

Dem Landkreis Hameln-Pyrmont bietet sich die Chance, die Bahnstrecke von Hameln nach Elze elektrifiziert zu bekommen, den Nahverkehr zu verbessern und nach Jahrzehnten wieder Schnellzughalt zu werden – doch die Region lehnt per offiziellem Protestbrief an Verkehrsminister Alexander Dobrindt (CSU) ab. Für dieses ungewöhnliche Vorgehen hat der heimische CDU-Landtagsabgeordnete Otto Deppmeyer keinerlei Verständnis.



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„Ich habe keine Lust, das Spiel von Landrat Bartels mitzuspielen“, erklärt er die Tatsache, dass er sich als Volksvertreter nicht der Ausbaustopp-Initiative angeschlossen hat. Er wendet sich damit auch gegen mehrere CDU-Bürgermeister längs der Bahntrasse zwischen Lügde und Salzhemmendorf, darunter Hamelns Stadtoberhaupt Claudio Griese und Bad Pyrmonts Rathauschef Klaus Blome. „Die Bürgermeister sind alle verrückt gemacht worden“, meint Deppmeyer. Landrat Tjark Bartels (SPD) trete wieder einmal als vermeintlicher Weltenretter auf, offenbar nur mit Blick auf die Anhänger der inzwischen aufgelösten „Transit“-Bürgerinitiativen. Dabei würden Sachverhalte bewusst falsch oder unvollständig dargestellt. „Der mögliche Bahnausbau zwischen Hameln und Elze bietet große Vorteile für den Personenverkehr“, ist Deppmeyer überzeugt. „Er ist richtig und gut.“

In den Verlautbarungen der Bundestagsabgeordneten Gabriele Lösekrug-Möller (SPD) und Michael Vietz (CDU), der Landtagsmitglieder Ulrich Watermann (SPD) und Petra Joumaah (CDU) sowie der Kommunalspitzen wird der Eindruck erweckt, als müsse erneut schwerer Güterfernverkehr abgewehrt werden. „Doch es geht um ein ganz anderes Projekt“, erklärt Deppmeyer. Zwischen Bund, Land und Bahn werde seit langem darüber gesprochen, die 21 Kilometer der bisher eingleisigen „Weddeler Schleife“ bei Braunschweig auszubauen; dieses Vorhaben steht im Koalitionsvertrag der rot-grünen Landesregierung. Der 29 Kilometer messende Lückenschluss beim Fahrdraht zwischen Elze und Hameln würde das Projekt krönen. Danach wäre es möglich, auf dem Weg von Berlin nach Köln den überlasteten Bahnknoten Hannover zu umfahren und die Region Braunschweig, Niedersachsens zweitgrößte Stadt, sowie Hildesheim besser ins Schnellzugnetz einzubinden. Auch in Nordrhein-Westfalen gibt es ein Interesse an dieser Alternativroute für schnelle Personenzüge. Quasi nebenbei würde das Weserbergland profitieren. Lücken im Fahrplan könnten aber wohl durchaus für Güterzüge genutzt werden.

Deppmeyer glaubt nicht, dass das Vorhaben Hameln–Elze völlig überraschend in den Entwurf für den Bundesverkehrswegeplan aufgenommen wurde. Der Parlamentarische Staatssekretär im Bundesverkehrsministerium, Enak Ferlemann (CDU) – ebenfalls Niedersachse –, habe schon vor Jahren davon gesprochen. Und 1996 hatte der Bund für die Weddeler Schleife in Kombination mit dem Ausbau Löhne–Hameln– Braunschweig 120 Millionen Euro bewilligt; zwischenzeitlich wurde festgestellt, dass der Weg über Paderborn statt Löhne verkehrsgünstiger ist.



| Walter Klemme, 27.11.2016, 20:14 Uhr

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