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05.07.2017, 10:56 Uhr | Deister- und Weserzeitung / Birte Hansen Übersicht | Drucken
Ist die Sprachförderung jetzt ausreichend?
Nach neuer Überprüfung: Kultusministerium genehmigt 55 000 Stunden / Schulen hatten 11 000 mehr beantragt


Dewezet / 5.7.2017

Hameln/Hannover

Von Birte Hansen
Vor den Ferien war der Unmut groß: Die Landesregierung hatte ihrer Ankündigung Taten folgen lassen und vielen Schulen die beantragten Sprachlernklassen, die hauptsächlich von Flüchtlingen besucht werden, fürs kommende Schuljahr gestrichen. Kritik daran äußerten Schulleiter, Elternvertreter, Kommunen und Abgeordnete (wir berichteten). Das Kultusministerium hatte signalisiert, die Bedarfe und Anmeldungen noch einmal überprüfen zu wollen – jetzt liegen Ergebnisse vor.



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Ursprünglich hatte Kultusministerin Frauke Heiligenstadt angekündigt, die Stunden für die Sprachförderung an den allgemeinbildenden Schulen auf 51 000 zu senken. Jetzt teilte das Kultusministerium auf Anfrage der Dewezet mit, dass das „Stundenkontingent für besondere Fördermaßnahmen im Bereich der Sprachförderung zum kommenden Schuljahr 2017/18 insgesamt rund 55 000 Stunden“ beträgt. Laut Ministerium können damit „nach gegenwärtigem Stand alle Bedarfe, die von den Schulen angemeldet wurden und den Voraussetzungen der derzeit gültigen Erlasslage entsprechen, auch abgedeckt werden“. In wie weit Hamelns Schulen nach der erneuten Überprüfung weitere Stunden zugesprochen bekommen, lag der Dewezet gestern bis Redaktionsschluss noch nicht vor. Allerdings: Die Anzahl der beantragen Stunden stimmen nicht mit der Anzahl der genehmigten überein. Die Schulen hatten 11 000 Stunden mehr haben wollen. Diese hätten laut Ministerium nicht genehmigt werden können, „weil sie der Erlasslage nicht entsprechen“.

Die von den Schulen beantragten 493 Sprachlernklassen (SLK) genehmigt das Land nur 67 Prozent. 330 würden zum kommenden Schuljahr voraussichtlich an den Start gehen, heißt es. Nicht überall sind demnach die Voraussetzungen für eine SLK erfüllt gewesen, zum Beispiel, wenn die Besuchsdauer überschritten sei oder die Mindestschülerzahl nicht erreicht sei. Erneut beruft sich das Ministerium darauf, dass auch ohne Sprachlernklasse alle Schüler „die Sprachförderung erhalten, die sie benötigen“.

Ob das an den Schulen auch so gesehen wird, bleibt – ob der Ferien – noch offen. Die Landtagsabgeordneten Ulrich Watermann (SPD) und Otto Deppmeyer zusammen mit Petra Joumaah (beide CDU) hatten sich für eine Nachbesserung stark gemacht. Zuletzt hatten Eltern von Kindern an der Grundschule Rohrsen ein Protestschreiben aufgesetzt, dass Deppmeyer und Joumaah an Frauke Heiligenstadt übergeben haben. Auch der Rechnungshof hatte im Juni „administrative Schwachstellen im Bereich der Sprachförderung für Flüchtlingskinder“ bemängelt. Es müsse dringend nachgesteuert werden, um den tatsächlichen Bedarf der Kinder zu decken, mahnte der Rechnungshof in seinem Bericht.

Foto: d p a
Flüchtlingskinder benötigen Unterstützung, um die deutsche Sprache zu lernen. Viele Schulen hätten dafür gerne weiterhin auf die Sprachlernklassen gesetzt, doch deren Anzahl wurde stark reduziert. 



| Walter Klemme, 05.07.2017, 10:58 Uhr

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