24.09.2017 10:28
 Startseite   Kontakt 
Impressum   
 Otto Deppmeyer
 











Presse
01.06.2017, 19:49 Uhr | Deister- und Weserzeitung / Birte Hansen Übersicht | Drucken
Wer braucht welche Sprachförderung?
Nach Kürzung: Landespolitiker sprechen mit Kultusministerin / "Bedarfsgerechte Angebote" als Ziel


Dewezet / 1.6.2017

Hameln

Von Birte Hansen
Die Nachricht von der Kürzung der Sprachförderstunden durch das niedersächsische Kultusministerium zieht weitere Kreise. Die hiesigen Landtagsabgeordneten befassen sich damit, und nicht nur aus den Reihen der Opposition wird Unverständnis laut über das Vorgehen aus Hannover.



Foto

Otto Deppmeyer (CDU) kann nach eigenem Bekunden „nicht nachvollziehen, warum diese Dinge beendet werden“, sagt er über die starke Reduzierung der Sprachlernklassen an Grund- und weiterführenden Schulen. Gerade in Hessisch Oldendorf als auch an der Grundschule in Rohrsen sei der Ausländeranteil so hoch. „Wir haben zugestimmt, dass 700 zusätzliche Stellen für Sprachlernklassen für Flüchtlinge geschaffen werden“, sagt Deppmeyer über die Arbeit im Landtag – die seien nicht wieder gekürzt worden, „die hat sie“. Sie ist die Kultusministerin Frauke Heiligenstadt. Eine Kleine Anfrage seiner Fraktion an die Landesregierung liege seit Ende April vor, Überschrift: „Fährt Kultusministerin Heiligenstadt die Sprachförderung an Schulen zurück?“ Antworten auf die 13 Fragen rund um die Sprachförderung stehen noch aus, sagt Deppmeyer. „Dafür haben die aber auch drei Monate Zeit.“ Ab Mitte Juni werde das Thema „in jeder Landtagssitzung auf die Tagesordnung kommen“, kündigt er an.

Auch Ulrich Watermann (SPD), Parteikollege der Kultusministerin, erklärt, dass er sich über die Nachricht von der „Nicht-Genehmigung einiger Sprachlernklassen im Landkreis Hameln-Pyrmont“ „sehr gewundert“ habe und nachvollziehen könne, dass sie für Irritationen und Unruhe an den Schulen geführt habe. Er habe daraufhin das Gespräch mit der Kultusministerin gesucht – demnach habe „eine sehr strikte Auslegung einer Anordnung“ letztlich zu der Nicht-Genehmigung geführt, erklärt Watermann 

Die Basis für die Entscheidung bildet ein Erlass vom Juli 2014. Danach dauert der Besuch einer Sprachlernklasse „in der Regel ein Jahr“, kann aber jederzeit verkürzt werden – kann aber ebenso in „begründeten Einzelfällen auf zwei Jahre ausgedehnt werden“. „Dies gilt insbesondere für die Schülerinnen und Schüler mit hohem Alphabetisierungsbedarf und/oder keiner oder geringer schulischer Grundbildung“, heißt es weiter. Ziel soll sein, die Schüler Schritt für Schritt in die Regelklassen zu integrieren und sie dann mit anderen Möglichkeiten sprachlich weiterhin zu fördern.

Watermann räumt ein, dass „sowohl uns als auch dem Niedersächsischen Kultusministerium bewusst ist, dass die Nicht-Genehmigung der Sprachlernklassen die Verantwortlichen vor Ort vor große Probleme zu stellen scheint“. Die Lösung? „Wir sind im Gespräch mit dem Kultusministerium und sehr darum bemüht, die Betroffenen nicht im Regen stehen zu lassen und auf den Bedarf vor Ort entsprechend zu reagieren“. Unterstützt wird er dabei von der Grünen-Abgeordneten Anja Piel. Sie äußert allerdings auch Verständnis dafür, dass die Landesschulbehörde reagiert, „wenn in den Sprachlernklassen immer weniger Kinder sitzen, weil die Zahl der Geflüchteten zurückgeht“. Es müsse aber weiterhin bedarfsgerechte Angebote für die Sprachförderung geben.

Das sieht auch Annette Hergaden (SPD) vom Kreisverein der Gewerkschaft für Erziehung und Wissenschaft so. Allerdings nimmt Hergaden die Kultusministerin in Schutz: Sie stelle sich durchaus den Problemen. „Doch durch den massiven Studien- und Ausbildungsplatzabbau der letzten schwarz-gelben Regierungsperiode sind Arbeitskräfte im Bildungsbereich Mangelware.“

Wie groß letztlich die Diskrepanz zwischen beantragten und genehmigten Stunden für Sprachförderung und -lernklassen an Hamelns Schulen ist, könnte die Landesschulbehörde aufzeigen. Die Frage der Dewezet vom 22. Mai danach hat sie bislang jedoch nicht beantwortet. Auch vom Kultusministerium gab es noch keine Antwort auf die Frage, wie viele Stunden insgesamt beantragt und genehmigt wurden. Im Ministerium war mit Verweis auf zurückgehende Flüchtlingszahlen davon ausgegangen worden, dass die bislang 58 000 Lehrerstunden für Sprachförderung auf 51 000 zurückgefahren werden können.

Fotos: WAL/DANA/PR

 

Situation an Hameln-Pyrmonts Schulen

Angaben laut Niedersächsischer Landesschulbehörde auf die Frage der Dewezet, welche Schulen im Landkreis betroffen sind:

- An folgenden Schulen werden im Schuljahr 17/18 weiterhin Sprachlernklassen bestehen:
Humboldt-Gymnasium in Bad Pyrmont; Schiller-Gymnasium und Viktoria-Luise-Gymnasium in Hameln; KGS am Kanstein Salzhemmendorf und KGS Bad Münder.

- „Folgende Schulen haben keinen Antrag auf eine Sprachlernklasse gestellt“:
GHS Herderschule
GS Holzhausen
OBS Hessisch Oldendorf
GS Salzhemmendorf

- Folgende Schulen haben keine Sprachlernklasse mehr, da die Vorgaben für die Fortführung nicht erfüllt waren:
Grund- und Oberschule Wilhelm Raabe, Albert-Einstein-Gymnasium, Theodor-Heuss-Realschule, Grundschule Klüt, Grundschule Rohrsen (alle Hameln); Oberschule Hessisch Oldendorf, KGS Bad Münder, Grundschule Eimbeckhausen, Grundschule Bad Münder, Schule im Hummetal, Grundschule Amelgatzen.

Die Landesschulbehörde ergänzt für letztgenannte: „Die Schulen erhalten gleichwohl zusätzliche Förderstunden für Anschlussfördermaßnahmen der Teilnehmer, wodurch sie sowohl integrativ als auch additiv gefördert werden.“



aktualisiert von Walter Klemme, 01.06.2017, 19:52 Uhr

  Ältere Artikel finden Sie im Archiv.
Impressionen
News-Ticker
Presseschau
Termine
CDU Landesverband
Niedersachsen
Ticker der
CDU Deutschlands
Newsletter abonnieren
Bleiben Sie stets auf dem Laufenden!
Ihre E-Mail Adresse:

 
 
   
0.30 sec. | 51446 Visits